Im Januar ist es endlich wieder soweit: In Kooperation mit dem AMJ – Arbeitskreis Musik in der Jugend – veranstalten wir wieder eine dreitägige Fortbildung für Chorleiter/innen von Kinder- und Jugendchören.

Wann? 27.1.2023 17:00 Uhr bis 29.1.2023 13:00 Uhr

Wo? Kardinal Schulte Haus, Bergisch Gladbach (bei Köln)

Was kostet es?

Fortbildungsbeitrag:
Pueri-Mitglieder/AMJ-Mitglieder 150,- €
(Nichtmitglieder 180,- €)

Übernachtung und Verpflegung: EZ 190,- € / DZ 170,- €

Noch bis zum 31. Oktober 2022 können Sie sich über die Webseite des AMJ für die Veranstaltung anmelden. Die Plätze sind wie immer begrenzt.

Alle wichtigen Infos im Überblick gibt Ihnen der Veranstaltungs-Flyer:

Das erwartet Sie:

Die Veranstaltung bietet wieder das bewährte Format mit Workshops und Vorträgen. Im Fokus steht das Singen im Kinder- und Jugendchor. Angesprochen sind Leiter/innen von Kinder- und Jugendchören, schwerpunktmäßig im kirchlichen Bereich, die für die tägliche Arbeit neue Impulse und vertiefende Erkenntnisse suchen. Wie immer bleibt auch genug Zeit zum Austausch unter den Kolleg/innen- nach dieser langen, pandemiebedingten Pause sicherlich eine gute Gelegenheit um alte Kontakte wieder zu beleben und neue zu knüpfen.

Als Referent/innen verpflichtet wurden u.a. Sabine Wüsthoff (Berliner Mädchenchor) und Joachim Geibel (Oratorienchor Köln, KölnerKinderUni-Chor). Mehr Infos zu den Inhalten der Workshops und Vorträge finden Sie weiter unten.

Da Chöre nach bald drei Jahren Pandemie weiterhin besondere Unterstützung brauchen, wird es auch Gelegenheit geben mit Mitarbeitenden des Projekts „Neustart Amateurmusik“ ins Gespräch zu kommen; sei es zu Fördermöglichkeiten für Chöre, Tipps zur Mitgliederakquise oder methodischen Impulsen. Abgerundet wird das vielfältige Programm der dreitägigen Veranstaltung durch ein Konzert am Samstagabend sowie spirituelle Impulse.

Workshop und Vorträge mit Sabine Wüsthoff

Die gebürtige Berlinerin absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Diplomsport- und Gymnastiklehrerin und im Anschluss daran ein Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover, das sie mit dem Staatsexamen abschloss. Nach Berlin zurückgekehrt begann sie zunächst als Theaterkomponistin zu arbeiten. Durch Familiengründung und die Geburt zweier Töchter verlagerte sich ihre Tätigkeit mehr in den pädagogischen Bereich. Auf Workshops und Meisterkursen bei bekannten europäischen Dirigenten spezialisierte sie sich im Lauf der Jahre zudem auf Chorleitung und Orchesterdirigieren. Inzwischen unterrichtet sie diese Fächer selbst.

Sie gibt regelmäßig Kurse mit Schwerpunkten Körperarbeit und kreative Probenmethodik. Zurzeit ist sie außerdem Dozentin für „Chorleitung (Klassik)“ im Projekt „Förderung junger Ensembleleiterinnen und Ensembleleiter“ des Landesmusikrats Berlin e.V. im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Sabine Wüsthoff leitet den Berliner Mädchenchor, das Schöneberger Kammerorchester, das Vokalensemble Canto Berlin und das ars-nova-ensemble berlin für vokale Avantgarde. Mit dem RIAS-Kammerchor verbindet sie eine regelmäßige Zusammenarbeit, u. a. gewann sie 2008 den 1. Preis bei dessen Kompositionswettbewerb. Ihr kompositorisches Schaffen umfasst Orchesterwerke (u. a. ein Violinkonzert, das 1994 mit den Berliner Symphonikern uraufgeführt wurde), Musiktheaterwerke, Kammermusik und Vokalmusik (insbesondere für Mädchenchor).

2003 erhielt sie den Dirigentenpreis des Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerbs Wernigerode. Immer wieder wird sie auch in die Jurys von Chorwettbewerben berufen. 2015 wurde Sabine Wüsthoff vom Berliner Chorverband mit der Geschwister-Mendelssohn-Medaille für herausragende Verdienste um das hauptstädtische Chorleben ausgezeichnet. 2021 erhielt sie mit dem Berliner Mädchenchor für das Projekt „Stimmenüberleben“ einen Opus Klassik und zusammen mit dem gesamten Chorleiterinnenteam den Kinderchorlandpreis der Deutschen Chorjugend.

Vom Kinder – zum Jugendchor – Krise oder Chance?

Kinderchöre entwickeln sich naturgemäß irgendwann zu Jugendchören, deshalb soll in diesem Workshop besonders das Chorsingen in der Phase des Umbruchs in der Entwicklung der Kinder zu Jugendlichen thematisiert werden. Welche chorleiterischen Methoden eignen sich für diese Altersgruppe, die oft schwer zu motivieren und durch die körperlichen und seelischen Veränderungen verunsichert ist? Welches musikalische Material ist geeignet und attraktiv? Wie kann man stimmbildnerisch arbeiten? Wie fördere ich den gruppendynamischen Zusammenhalt? Mit praktischen Übungen für die ChorleiterInnen, Erfahrungsberichten aus der Arbeit des Berliner Mädchenchores und in einer interaktiven „lecture-demonstration“ mit einem Chor in der betreffenden Altersgruppe werden diese Fragen bearbeitet.

Digitalisierung in der Chorarbeit

In diesem Workshop werden Möglichkeiten aufgezeigt, die durch die Nutzung digitaler Tools die tägliche Chorarbeit vereinfachen. Themen sind dabei u.a. digitales Noten- und Chormanagement sowie Medien zur Kommunikation mit dem Chor. Eine zunehmende Arbeitsbelastung von Chorleiter:innen kann durch die Nutzung effizienter und zeitgemäßer Arbeitshilfen verhindert bzw. reduziert werden.

 

Workshop mit Joachim Geibel

Joachim Geibel ist Musikpädagoge und Chorleiter. Nach Studium und Referendariat in den Fächern Musik und Mathematik promoviert er in Musikpädagogik an der HfMT in Köln und studiert Master-Chorleitung an der Robert-Schuhmann-Hochschule in Düsseldorf. Nach fast zehn Jahren als Chorleiter des Chors der ev. Studierendengemeinde Köln leitet er seit 2022 den Oratorienchor Köln, darüber hinaus den KölnerKinderUni-Chor und er ist Assistent von Universitätsmusikdirektor Michael Ostrzyga am Collegium Musicum der Uni Köln.

Er unterrichtete Kinderchorleitung an der Uni Köln und gewann mit dem KölnerKinderUni-Chor 2021 den Kinderchorland-Preis NRW der DCJ. Für die Konzeption und Leitung des Kölner Willkommenschores und Folgeprojekte wurde er gemeinsam mit Nicole Lena de Terry 2017 und 2020 mit dem ersten und zweiten Preis des hochschulübergreifenden Wettbewerbs Musikpädagogik der Rektorenkonferenz ausgezeichnet.

Seit Frühjahr 2020 ist er deutschlandweit gefragter Referent zum den Themen Online- und Hybrid-Probenarbeit sowie Virtual-Choir/Orchestra-Videoproduktion und hat mir seinen Chören viele digitale Chorprojekte realisiert.

Er engagiert sich im AK SINGLES für das Neue Geistliche Lied und ist Mitglied im Bundesvorstand des „Arbeitskreis Musik in der Jugend“ (AMJ).

Workshop mit Cornelia Wild

Cornelia Wild arbeitet als Musikvermittlerin, Dozentin und Kulturmanagerin. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik Karlsruhe (Schulmusik/Klavier) und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Kulturmanagement), schloss sie ihren Master im Fach Musikvermittlung am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg mit Bestnoten ab. Seither widmet sie sich in der Praxis, aber auch in Forschung und Lehre der Musikvermittlung. Im Zentrum ihres Interesses stehen neue Konzertformate sowie Strategien der Kommunikation für die Musikvermittlung.

Als Dozentin leitet sie regelmäßig Workshops und Seminare, u.a. seit 2014 im Masterstudiengang Musikvermittlung/Konzertpädagogik am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Zudem promoviert sie an der Hochschule für Musik Karlsruhe und untersucht für ihre Dissertation neue Konzertformate. Ihre Forschungsarbeit wurde mehrfach vom Freistaat Bayern gefördert. Aktuell ist Cornelia Wild Stipendiatin nach dem Landesgraduiertenföderungsgesetz Baden-Württemberg.

Cornelia Wild initiierte, konzipierte und organisierte eigene Veranstaltungsreihen und Konzertformate. Dabei war ihr stets ein Anliegen, besondere Angebote an die sinnliche Wahrnehmung der Zuhörenden zu machen. Viele ihrer Konzepte wurden in Kulturinstitutionen und bei Festivals aufgeführt, u.a. am Nationaltheater Weimar, bei der Stiftung Live Music Now, beim Klanggrenzen-Festival Karlsruhe, beim Staatstheater Augsburg sowie in zahlreichen Schulen und Kindergärten. Für das Open-Air-Festival „Klassik am See“, das Badische Landesmuseum Karlsruhe und viele andere renommierte Kulturinstitutionen hat sie kreative Kommunikationskonzepte erarbeitet und umgesetzt, u.a. mit ihrer Agentur Concertina, die sie seit 2005 leitet.

Workshop Musikvermittlung

Warum kann dieselbe Musik in unterschiedlichen Kontexten eine ganz andere Wirkung entfalten? Ausgehend von theoretischen und wissenschaftlichen Grundlagen sowie zahlreichen Beispielen aus der Praxis werden in diesem Workshop Faktoren ermittelt, die neben der Musik auf das ästhetische Erleben von Zuhörenden einwirken und eine Konzertsituation nachhaltig prägen. Darauf aufbauend werden Ansätze und Möglichkeiten erarbeitet, wie diese Faktoren als Gestaltungsmittel in unterschiedlichsten Konzert- und Darbietungssituationen integriert werden können. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für die Gestaltung von Konzerten, die – auch mit Blick auf das Publikum – ein intensiveres und nachhaltigeres Erlebnis versprechen.

Impulsvortrag und offener Austausch mit Judith Werner

Judith Werner arbeitet für Pueri Cantores im Kreativbereich des Netzwerks Neustart Amateurmusik, wo sie u.a. methodische Impulse für die Amateurmusik entwickelt und Ensembles berät. Zudem ist sie freiberufliche Sängerin mit den Schwerpunkten Vokalensembles, Kirchenmusik, Konzert und Kleinkunst. Nach ihrem Gesangsstudium schloss sie 2019 einen Master in Musikvermittlung und Konzertpädagogik ab und gestaltete verschiede Aufführungs- und Workshopformate u.a. bei Festivals und in Museen. Weitere Berufserfahrung sammelte sie in der Programmheftredaktion der Klangkörper des BR, im Betriebsbüro des Münchner Rundfunkorchesters sowie als Inspizientin am Staatstheater Augsburg.

Anhand von konkreten Beispielen aus der Amateurmusikpraxis werden kreative Lösungen vorgestellt, die zur Weiterentwicklung der eigenen Chorarbeit beitragen können. Methodische Impulse sorgen für frischen Wind im Chor; gerade nach über zwei Jahren Pandemie. Vielfältige aktuelle Fördermöglichkeiten können außerdem Anregung sein, den eigenen Projekt-Horizont zu erweitern und Schritt für Schritt Neues zu wagen. Judith Werner wird zudem in den Pausen für Fragen und Ideenentwicklung zur Verfügung stehen.