Von Sofia Hofmann, Mädchenchor am Erfurter Dom
Vom 8. bis 10. Mai 2026 durften wir als Mädchenchor am Erfurter Dom nach Stockholm reisen, um als Gastchor am Chorfest der schwedischen Pueri-Cantores-Chöre teilzunehmen. Nach einer guten Flugreise wurden wir von Jugendlichen des Kathedralchores Stockholm im Gemeindesaal der Domgemeinde mit einem köstlichen Abendessen empfangen. Viele der Sängerinnen und Sänger kannten wir schon vom Besuch der Stockholmer im vergangenen Jahr in Erfurt. Gemeinsam mit Elisabeth von Waldstein, Präsidentin des internationalen Verbandes der Pueri Cantores und ehem. Domkantorin in Stockholm, sammelten wir anschließend bei einem kleinen Stadtrundgang erste Eindrücke von Stockholm.
Am nächsten Morgen konnten wir bei einem Ausflug zum Vasamuseum das älteste und größte geborgene Schiffsfrack bewundern und viel über die Geschichte Schwedens und Stockholm erfahren. Mittags erwartete uns dann als Höhepunkt der Reise das Chorfest der schwedischen Pueri Cantores in der Johanneskyrkan (Johanneskirche), einer großen, ursprünglich protestantischen Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die in jüngster Zeit für die wachsende katholische Gemeinde Stockholms erworben wurde. Gemeinsam mit den schwedischen Chören feierten wir ein großes gesungenes Friedensgebet in der Tradition der Pueri Cantores. Beim Proben, Singen und gemeinsamen Essen gab es viele gute Gespräche und Begegnungen im – mal mehr, mal weniger gut beherrschten – Englisch. Obwohl wir unterschiedliche Sprachen sprechen, verband uns die Musik sofort. Besonders spannend war es für uns, schwedische Lieder kennenzulernen und gemeinsam zu singen. In dieser Internationalität sowie in einer großen Altersspanne von Kindern bis jungen Erwachsenen musizierten alle zusammen als ein großer Chor.
Am Sonntag durften wir als Mädchenchor den Hauptgottesdienst in der Domkirche St. Erik musikalisch gestalten. Die eine oder andere versuchte sich hier auch an schwedischen Gemeindeliedern, was mangels Sprachkenntnis eine spannende Herausforderung war.
Die Reise war für uns eine besondere Erfahrung, weil wir nicht nur Stockholm und die schwedische Kultur kennenlernen konnten, sondern vor allem erleben durften, dass Musik Menschen über Länder- und Sprachgrenzen hinweg verbindet. Durch das gemeinsame Singen sind viele schöne Begegnungen und neue Freundschaften entstanden.
Unsere Chorleiterin Elisabeth Lehmann-Dronke zog Bilanz: „Im vergangenen Jahr war der Stockholmer Kathedraljugendchor bei uns in Erfurt zu Gast. Dank der großzügigen Unterstützung durch das Bonifatiuswerk konnten wir nun zum Gegenbesuch nach Stockholm reisen und den freundschaftlichen Austausch der beiden Chöre und den Kontakt der Kinder und Jugendlichen fortführen und vertiefen. Beiden Chören ist die Situation der Diaspora gemeinsam. Die Begegnungen und die gemeinsamen Aktivitäten bestärkten die jungen Menschen in ihrer Entschiedenheit fürs gemeinsame Engagement.“
Fotos: Rickard Liljero Eriksson, Katharina Rießland











